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Hundeausbildung in Neukölln

Neukölln - ein Bezirk in Berlin, der nicht gerade den besten Ruf hat. Diese Tatsache lässt sich nicht leugnen. Denn in diesem Bezirk sammeln sich wie in einem Brennpunkt die typischen Probleme der Millionenstadt: Jugendkriminalität, Integrationsprobleme, Schulen, in denen kaum noch Unterricht möglich ist und eine wachsende Gentrifizierung. Zweifellos ist Neukölln ein Bezirk mit Negativ-Image. Doch wie so oft gilt auch hier: Neben Schatten gibt es viel Licht. Und der Bezirk Neukölln besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Ortsteil.

Den Bezirk Neukölln gibt es in seiner heutigen Form erst seit der Berliner Verwaltungsreform des Jahres 2001. Ortsteile sind Neukölln, Britz, Buckow, Rudow und Gropiusstadt. 328.000 Einwohner leben auf knapp 45 Quadratkilometern. Die Berliner Ringbahn teilt den Bezirk in zwei sehr unterschiedliche Teile: nördlich das eigentliche Neukölln, das sehr großstädtisch geprägt ist, im Süden vorwiegend Einfamilienhäuser mit vorstädtischem Charakter, aber auch Hochhäuser und Großsiedlungen. Unübersehbar ist die Skyline der Gropiusstadt.

Neukölln hieß ursprünglich Richardsdorp, später ergab sich daraus der Name Rixdorf. Die heutige Bezeichnung des Ortes als Neukölln gilt erst seit einhundert Jahren. Die Umbenennung erfolgte tatsächlich aufgrund des schlechten Rufs der Stadt als Zentrum der Kriminalität und schlechter Sitten. Rixdorf galt als Amüsiermeile. 1920 kam Neukölln zu Groß-Berlin. Die Rufe nach einem Widerruf der Umbenennung sind bis heute nicht verstummt. Der Ortsteil Neukölln (der manchmal zur Abgrenzung auch Neukölln-Nord oder Neukölln 44 genannt wird) besteht zum größten Teil aus Gebäuden der Gründerzeit. Es gibt hier viele sogenannte Mietskasernen mit den typischen Hinterhöfen, die meist begrünt sind.

Der Hermannplatz gilt als das Zentrum des Ortsteils. Wiederholt wurde eine Umgestaltung dieses zentralen Platzes in Aussicht gestellt. Ein konkreter Termin wurde aber immer wieder verschoben. Bekanntere Stadtquartiere sind die Ortslagen Böhmisch-Rixdorf und der Reuterkiez. Besonders auf dem Reuterkiez werden die Probleme von Neukölln deutlich. Mit einer Arbeitslosenquote von 35 Prozent und einem Ausländeranteil von 30 Prozent gilt die Ortslage - wie auch der gesamte Ortsteil - als sozialer Problembereich in der Hauptstadt.

Der Ortsteil Britz hat knapp 42.000 Einwohner und ist deutschlandweit durch die Senderanlage des RIAS Berlin bekannt geworden. Hier befindet sich auch die Großsiedlung Britz - besser bekannt unter dem früheren Namen Fritz-Reuter-Siedlung - mit der Hufeisensiedlung, die 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Hier kann man sich ein Bild davon machen, wie der moderne Städtebau der 1920er und 1930er Jahre aussieht. Auch in Britz gibt es Zeugnisse längst vergangener Zeiten, wie zum Beispiel die Dorfkirche Britz, die um das Jahr 1300 erbaut wurde: eine alte Feldsteinkirche, die sich heute noch weitgehend im ursprünglichen Zustand befindet. In Britz finden sich auch Grünanlagen, die der Naherholung dienen. Der Britzer Garten ist ein Park, der zur Bundesgartenschau 1985 angelegt wurde. Hier finden viele Veranstaltungen und Sonderschauen statt. Wiesen, Bäume und Teiche prägen das Bild der Parkanlagen. Der Gutspark Britz wurde bereits im Jahr 1690 angelegt. Er gilt bei vielen Berlinern als der schönste Park in der ganzen Stadt.

Im Süden des Bezirks Neukölln liegt der Ortsteil Rudow. Rudow war ursprünglich ein Straßendorf. Es wurde 1373 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Während der Zeit der Spaltung hatte Rudow eine sehr ungünstige Randlage in West-Berlin. Heute ist Rudow - auch durch die Nähe zum Berliner Flughafen Schönefeld - sehr vom Durchgangsverkehr belastet. Anders als in Neukölln-Nord finden sich in Rudow jedoch auch viele grüne Ecken, die als Wohngebiete sehr beliebt sind. Die Rudower Höhe ist ein beliebtes Ausflugziel für die Bewohner - besonders für die Kinder. Heute dient der aus Trümmern errichtete Berg als Rodelbahn. Auch der Dörferblick ganz am südlichen Stadtrand ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Rudower. Auf einem ehemaligen Trümmerberg, der heute überwachsen ist, genießt man einen einmaligen „Drei-Dörfer-Blick” auf Schönefeld, Waßmannsdorf und Großziethen in Brandenburg. Sehenswert ist ebenfalls die Dorfkirche Rudow, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde.

Die Gropiusstadt wurde zwischen 1962 und 1975 errichtet und gilt als eine typische Großwohnsiedlung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Benannt wurde sie nach dem berühmten Bauhaus-Architekten Walter Gropius (1883 - 1969). Mit der Fertigstellung wurde die Gropiusstadt auch ein eigenständiger Ortsteil, der zwischen Britz und Rudow sowie den beiden Teilen Buckows liegt. Wie kein anderes Wohngebiet gilt die Gropiusstadt als Paradebeispiel für die Wohnarchitektur der Nachkriegszeit. Hier befindet sich unter anderem auch das Wohnhochhaus „Ideal” - das höchste Wohnhaus in ganz Berlin. 90 Prozent der hier befindlichen Wohnungen waren ursprünglich Sozialwohnungen. Das Buch und der Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” haben der Gropiusstadt zu einem zweifelhaften Ruf verholfen. Zwar lässt es sich nicht leugnen, dass auch die Gropiusstadt ein sozialer Brennpunkt ist. Andererseits gibt es auch in dieser Trabantenstadt einige Highlights, von der alle Berliner profitieren: zum Beispiel die Gropius-Passagen. Mit 85.000 Quadratmetern Verkaufsfläche gehört die Anlage zu den größten Einkaufszentren in Deutschland.

Der Ortsteil Buckow besteht aus zwei Teilen, die durch die Gropiusstadt getrennt werden. Im Westen liegt Buckow 1, im Nordosten Buckow 2. Buckow wurde - wie viele andere Orte auf dem heutigen Gebiet von Berlin - im Jahr 1230 als Angerdorf gegründet. Nach 1976, als die Gropiusstadt fertiggestellt wurde, verlor Buckow diesen Ortsteil. Heute leben in Buckow die Menschen, die zwar zentral in einer Großstadt wohnen wollen, aber nicht auf Ruhe und Natur verzichten wollen. Hier lebt es sich etwas beschaulicher, aber trotzdem urban. In diesem Ortsteil findet man zum Beispiel eine alte Kirche, die Dorfkirche Buckow, die heute noch weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Es handelt sich um die älteste erhaltene Feldsteinkirche Berlins. Die Hans-Martin-Hellbich-Siedlung in Buckow 1 wurde Mitte der 1970er Jahre gebaut. Hier befinden sich über eintausend Wohnungen. Man hat es nicht weit zu einem Einkaufszentrum, zu einem Rodelberg und einem Naherholungsgebiet aus Wiesen und Feldern.

Gerade die Ortsteile Buckow und Rudow beweisen, dass es schwer ist, ein umfassendes Urteil über den gesamten Bezirk Neukölln zu fällen. Es gibt hier sehr ruhige und naturnahe Gebiete, die zu einem Ausflug einladen - oder auch zum Wohnen. In diesem manchmal so geschmähten Berliner Bezirk lässt es sich gut leben.